Amtsgericht

Geschichte

Das Königliche Gericht Döbeln wurde am 7. Januar 1852 gegründet. Es übernahm damit die Gerichtsbarkeit für die gesamte Stadt Döbeln und einige Orte der Umgebung. Bis 1856 wurde die Zuständigkeit ausgeweitet auf die bis dahin juristisch selbstverwalteten Rittergürter Ebersbach, Gärtitz, Goselitz, Hermsdorf mit Kobelsdorf, Höckendorf, Keuern, Kleinbauchlitz, Lüttewitz, Möbertitz, Munzig, Naußlitz, Neudorf, Niederwutzschwitz, Noschkowitz, Obersteinbach, Oberwutzschwitz mit Niedersteina, Pommlitz, Schweta, Siebeneichen, Stockhausen, Wendischbora Wöllsdorf, Ziegra und Zunschwitz.

Das Königliche Gericht wurde in Gerichtsamt Döbeln umbenannt. Die nächst höhere Instanz war zu dieser Zeit das Königliche Bezirksgericht Oschatz.

Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Unterscheidung zwischen Gerichtsbarkeit für Verwaltungs- und für Jusitzangelegenheiten. Diese wurden gleich behandelt. Ab 1879 übernahm das Amtsgericht Döbeln die Zuständigkeit bei juristischen Angelegenheiten für die Stadt Döben und 77 Landgemeinden. Nächst höhere Instanz war das Landgericht Freiberg. Für Verwaltungsangelegenheiten war jetzt die Amtshauptmannschaft Döbeln zuständig.

Im Nationalsozialismus gab es vor alles Veränderungen der Jusitzstruktur. Das sächsische Jusitzministerium hörte auf zu existieren, die Gerichte waren direkt dem Reichsministerium der Jusitz unterstellt. Durch zahlreiche Sondergerichte und die Kriegsmaßnahmenverordnung war die normale Gerichtsarbeit stark eingeschränkt.

Nach 1945 übernahm das Amtsgericht Döbeln die Geschäfte der Zweigstellen Leisnig, Nossen und Roßwein.

Durch die Umstrukturierungen in der DDR ging das bisherige Amtsgericht ins neue Kreisgericht Döbeln über. Dieser Name blieb bis 1992 erhalten, ab dem 1. Januar 1993 war das Amtsgericht Döbeln wieder etabliert. Bis zum 1. August 2008 war es dem Landgericht Leipzig, danach dem Landgericht Chemnitz unterstellt.

Gebäude

Das bis heute genutzte Gebäude in der Rosa-Luxemburg-Straße 16 wurde 1899 bis 1900 für das Amtsgericht errichtet.