Bürgergarten

Mit seinem Bürgergarten besitzt Döbeln eine wirkliche Attraktion.

Geschichte

Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts wurde von der städtischen Brauerei noch das Döbelner Bier gebraut. Die Brauerei besaß in ihren frühen Jahren, als die Kühltechnik noch nicht entwickelt war, hinter den Kasernen der Stadt große Brauereiteiche zur Eisgewinnung. In strengen Wintern wurden hier Eisblöcke entnommen, die in den sogenannten Eisschuppen unter riesigen Mengen von Sägespänen gestapelt wurden, um im Sommer der Kühlung zu dienen.

Schon 1905 wurde diese Teichlandschaft von einem Steinmetzmeister namens Hermann Kneiss in einen Rosengarten umgewandelt. 8000 Rosen soll es dort gegeben haben, Wasser- und Bergpartien wurden angeboten, auf den Teichen wurden Gondelfahrten durchgeführt und romantische Lauben und Veranden luden zum sommerlichen Verweilen ein.

Als die Teiche von der Brauerei nicht mehr zur Eisproduktion genutzt wurden, übernahm die Stadt Döbeln die Anlagen und ließ einen Musikpavillon und eine Sommergaststätte errichten. 1983 wurde der alte Fachwerkbau durch ein modernes Parkrestaurant mit 250 Plätzen und einer zusätzlichen Außenfläche mit Selbstbedienung ersetzt. Bis zur Wende wurden hier häufig Veranstaltungen für Betriebsbelegschaften und für die Öffentlichkeit durchgeführt. Oberhalb des Pavillons wurde eine Freilichtbühne für Theater- und Filmvorführungen während der Sommermonate errichtet.

Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Bürgergarten von Döbeln nicht mehr bewirtschaftet und verfiel. 1995 wurde die Gaststätte abgerissen, da sich kein Investor gefunden hatte. Einen 1996 von der Stadt Döbeln ausgeschriebenen Architekturwettbewerb zum Wiederaufbau einer neuen Gaststätte im Bürgergarten gewann eine örtliche Firma, die ihre Pläne dann auch bald in die Tat umsetzte.

Heute gibt es wieder eine Restauration im Bürgergarten Döbeln, die mit vielen guten Angeboten und interessanten Veranstaltungen zum Besuch des traditionsreichen Bürgergartens einlädt.