Erich Heckel

Erich Heckel war ein in Döbeln geborener Maler und Grafiker, Träger des Bundesverdienstkreuzes, des Pour le mérite und einer der bedeutensten Vertreter des deutschen Expressionismus.

Lebenslauf

Am 31.07.1883 in Döbeln als Sohn eines Ingenieurs geboren, ging er in jungen Jahren nach Dresden, um dort eigentlich seinen literarischen Interessen zu folgen, studierte dort jedoch Architektur. Zum Maler und Grafiker bildete Heckel sich autodidaktisch aus. Stark geprägt vom literarischen Einfluss Dostojewskis und Nietzsches, setzte er sich mit künstlerischen Fragen auseinander und gründete zusammen mit Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rotluff am 07.06.1905 in Dresden die Künstlergruppe Brücke (auch KG Brücke genannt). Diese Gruppe gilt als Wegbereiter des deutschen Expressionismus.

Heckels Werk wird stark von seiner Umgebung beeinflusst. Als er 1911 mit der KG Brücke nach Berlin umzieht, schlägt sich das urbane Leben auf seinen Gemütszustand, als auch auf sein Schaffen nieder. Die Melancholie seiner Seele findet in jener Phase in seinen Bildern Ausdruck durch gedämpfte Farben und den wiederkehrenden Motiven von Krankheit und Leid. So zeigen sich auch die Besuche der Alpen und des Schwarzwaldes motivisch in seinen Landschaftsgemälden aus den 1920er Jahren.

Die Nationalsozialisten stuften Heckels Arbeit als „entartete Kunst“ ein. Sein expressionistisches Werk war ebensowenig mit dem engen Wertekorsett des Nationalsozialismus vereinbar, wie etwa der Dadaismus, der Surrealismus, oder auch der Kubismus. So wurden über 700 seiner Arbeiten beschlagnahmt und zum Teil vernichtet. Heckels Berliner Atelier wurde im Krieg zerstört, wobei weitere seiner Werke vernichtet wurden.

Der Künstler zog sich nach Hemmenhofen am Bodensee zurück, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Heckel starb in Radolfzell am 27.01.1970. In seine Heimat Döbeln kehrte er nicht zurück.

Weiterführende Links:

Ähnliche Einträge