Ernst Friedrich Wilhelm Oehmichen

Ernst Friedrich Wilhelm Oehmichen war ein Rittergutsbesitzer aus Choren. Er war im Landtag und Reichstag aktiv und gründete die Oehmichenstiftung. Er wurde am 1. November 1808 in Zschackwitz geborgen und verstab am 4. Juli 1884 auf einer Reise zwischen Chemnitz und Freiberg.

Sächsischer Landtag

Ernst Friedrich Wilhelm Oehmichen wurde 1849 in der Zeit der Märzrevolution zum Abgeordneten in die II. Kammer des Sächsischen Landtages gewählt. Unter anderem stimmte er dort für die Aufhebung der Todesstrafe. Im folgenden Landtag (1850/51) war er nicht vertreten, aber ab 1851 wieder als Vertreter des 10. bäuerlichen Wahlkreises in der konservativen Fraktion.

Von 1860 bis 1869 war er Vizepräsident der Kammer. Er setzte sich erfolgreich für die Reform des sächsischen Wahlrechts ein. Ab 1869 war er Vertreter des 17. ländlichen Wahlkreis.

Reichstag

Im Februar 1867 wurde er als Abgeordneter in den sich neu konstituierenden Reichtstags des Norddeutschen Bundes und des Reichstag des Deutschen Kaiserreichs. Zuerst führe er die bundesstaatlich-konstitutionellen Fraktion, wurde dann aber 1870 Mitglied der Deutschen Fortschrittspartei.

Ehrenbürgerschaft

1874 wurde Ernst Friedrich Wilhelm Oehmischen zum Ehrenbürger der Stadt Döbeln ernannt.

Stiftung für das Lessing-Gymnasium

Per Testament gründete Oehmischen nach seinem Tode 1884 die Oehmichenstiftung mit einem Stiftungskapital von 6.000 Mark. Zweck der Stiftung war die Förderung von „fleißigen und bedürftigen Realschülern“. Damit wurden vor allem Schüler des damaligen Königliches Realgymnasium (heutiges Lessing-Gymnasium) gefördert.

Literatur

Elvira Döscher, Wolfgang Schröder: Sächsische Parlamentarier 1869–1918. Die Abgeordneten der II. Kammer des Königreichs Sachsen im Spiegel historischer Photographien. Droste, Düsseldorf 2001, ISBN 3-7700-5236-6, S. 436

Weblinks