Hannelore Kohl

Hannelore Kohl, die verstorbene Frau des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl, wohnte zum Ende des Zweiten Weltkriegs für einige Monate in Döbeln.

Hannelore Kohls Vater, der Ingenieur Wilhelm Renner, war in Leipzig Leiter der HASAG, einer der größten Rüstungsfabriken Nazi-Deutschlands. In dieser wurden auch ca. 60.000 KZ-Häftlinge und „Arbeitsjuden“ beschäftigt. Der Vater selber war überzeugtes NSDAP-Mitglied. Er hatte in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs die Mutter und Tochter vorsorglich von Leipzig nach Döbeln ausquartiert, wo sie sicherer wären.

Die damals elfjährige Hannelore Renner war zusammen mit anderen Schülerinnen 1944 und 1945 beim Bahnhofsdienst in Döbeln. Zu ihren Aufgaben gehörte es, die per Zug ankommenden Flüchtlinge zu versorgen, den Verwundeten die Verbände zu wechseln, aber auch Leichen zu bergen.

Anfang Mai (wahrscheinlich nach der Besetzung Döbelns durch die Rote Armee) machte sie sich mit der Mutter auf den Weg nach Leipzig wo sie den Vater wieder trafen. Von Leipzig aus floh die Familie in die Pfalz.

Quellen