Herbert Näcke

Retter von Döbeln

Herbert Näcke gehört zusammen mit Karl Krötel zu den Rettern von Döbeln zum Kriegsende 1945.

Nachdem der ehemalige Stadtrat Krötel die Panzersperren an den Einfallstraßen der Stadt eigenmächtig hat öffnen lassen, schlägt sich Näcke unter feindlichem Beschuss zu den Befehlshabern der Verbände der Roten Armee durch und überzeugt diese, dass die Stadt Döbeln sich kampflos ergibt. Die bevorstehende militärische Eroberung der Stadt wird in letzter Sekunde verhindert. Döbeln wurde nach Kriegsende als Goldene Stadt bekannt, da sie nahezu unversehrt geblieben war.

„In seinem Manuskript „Schicksalsstunden der Stadt Döbeln“ beschreibt Näcke, wie er unter Einsatz seines Lebens am 6. Mai mit dem Motorrad nach Großbauchlitz in Richtung der russischen Soldaten fuhr. Auf der dortigen Brücke wurde er drei Mal beschossen, allerdings verfehlten ihn die Kugeln. Er wartete auf eine Gelegenheit zur Kontaktaufnahme und lernte einen russischen Dolmetscher kennen, der ihn zu den sowjetischen Truppen führte. Schließlich gelang es Näcke, den Befehlshaber von einem Angriff abzubringen. Der russischer Kommandant fuhr mit Näcke in die Stadt, um dort über die Kapitulation zu verhandeln. Zu Kampfhandlungen kam es in Döbeln nicht “
Döbelner Anzeiger: Artikel vom 6. Mail 2010

Leben

Herbert Näcke wurde 1892 geboren und verstarb 1952. Er war Elektromeister in Döbeln und SPD-Mitglied. Ab 1943 organisierte er den Widerstand gegen die Nazis.

Ihm gehörte das Haus der heutigen Erich-Kästner-Buchhandlung (Obermarkt 6). Ein Schild weist auf seine Taten für Döbeln hin.

Diskussion um Ehrung

Zum 55. Jahrestag des Kriegsendes gab es im Döbelner Stadtrat Diskussionen, wie man Herbert Näcke für sein Wirken ehren könne. CDU und SPD sprachen sich tendenziell dafür aus.

Quellen