Krankenhaus

Klinikum Döbeln

Das Döbelner Krankenhaus arbeitet heute als privatwirtschaftliches Unternehmen unter dem Namen Klinikum Döbeln. Es liegt am Ufer der Mulde an der Sörmitzer Straße, also im Südosten des Stadtzentrums von Döbeln.

Neben der Notaufnahme, der normalen Bettenstation und dem Labor gibt es Fachabteilungen für Chirugie, Internistik, Orthopädie, Radiologie, Physiotherapie, Anästhesiologie und Intensivtherapie. Ferner gibt es Belegabteilungen für Gynäkologie und Urologie.

Geschichte

frühere Krankehäuser

Der Döbelner Schlosshauptmann Johann von Seuschin gründete bereits im Jahr 1303 das erste Krankenhaus in der Stadt. Zwei Häuser am Stadtrand, nahe der Oberbrücke, waren das Sankt-Georg-Hospital. 1338 machte der Schlossherr Klosterschwestern des Benediktinerordens, die von Staucha in den Schutz der Döbelner Burg umsiedeln wollten, die Pflege im Hospital zur Auflage. Bis ins Jahr 1529 wurde von da an die Betreuung der Kranken von Nonnen des Benediktinerordens durchgeführt. Danach wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst und die Benediktinerinnen verließen Döbeln.

Seit 1403 gab es ein zweites Krankenhaus an der Dresdner Straße, das „Hospital zum fernen Siechen“. Hier wurden Bürger der Stadt, die unter ansteckenden Krankheiten litten, isoliert. 1863 wurde das Hospital abgerissen und an seiner Stelle entstand eine Zwangsarbeitsanstalt.

Auch die beiden Häuser des Sankt-Georg-Hospitals wurden abgerissen, als eine breitere Durchfahrt an der Oberbrücke notwendig wurde.

Das erste Stadtkrankenhaus entstand aus dem ursprünglichen Militärlazarett, das 1819 an der Gabelung Dresdner Straße/Ziegelstraße erbaut worden war. 1841 wurde es für zivile Zwecke umgebaut, im Juni 1866 während des preußisch-österreichischen Krieges aber zwei Jahre lang wieder seinem ursprünglichen militärischen Zweck zugeführt. Über 40 Jahre wurden im Haus in der Dresdner Straße 10 militärische und zivile Verletzte und Kranke gepflegt, heute befindet sich in diesem Gebäude ein Motorradgeschäft.

Bau des heutigen Krankenhaus

Am 15. August 1881 wurde das neue und damals höchst moderne Döbelner Stadtkrankenhaus in der Sörmitzer Straße eröffnet, wo von einem Arzt und zwei Krankenschwestern 40 Patienten und Patientinnen versorgt wurden. 1900 wurde das Krankenhaus um eine chirurgische Abteilung mit 42 Betten erweitert, 1923 entstanden seitliche Anbauten und ein zweites Stockwerk wurde aufgesetzt. In diesem Zuge bekam das Hospital ein eigenes Labor und eine Röntgenabteilung. 1927 erhielt das Krankenhaus ein Auto und die Bettenzahl wurde auf 170 angehoben.
Im August 1945 wurde ein zum städtischen Krankenhaus von Döbeln gehörendes Entbindungsheim in der Bahnhofstraße 9 in der Knoblochschen Villa eingerichtet, wo schon ein halbes Jahr später das 100. Kind zur Welt kam. Sechs Jahre später zog das Heim in die Otto-Johnsen-Straße 6 in Leisnig um.

1905 hatte Dr. med. Christian Beßler in der Bahnhofstraße eine Privatklinik ins Leben gerufen, die er 1958 der Stadt Döbeln schenkte. Hier wurden von da ab bis Ende der achtziger Jahre HNO-Patienten des städtischen Krankenhauses behandelt.

Später wurde in der Bahnhofstraße eine zusätzliche Augenabteilung eröffnet und das Krankenhaus in der Sörmitzer Straße erhielt einen neuen Anbau für die chirurgische Ambulanz, weitere OP-Räume und eine Frauenstation. Außerdem wurde das sogenannte Steinhaus im hinteren Bereich des Krankenhausgeländes erbaut, worin eine Kinderstation und die Intensivpflege untergebracht wurden. Eine gynäkologische Abteilung folgte, ein Fahrstuhl wurde installiert und ein weiterer Trakt, zur Aufnahme der Patienten, angebaut.

Privatisierung nach der Wende

1993 erwarb Dr. med. Karl-Heinz Drogula die gesamte Einrichtung für 600.000 DM von der Stadt Döbeln, womit das Krankenhaus in eine private Trägerschaft überging. Rege Bautätigkeiten folgten, alte Gebäude wie das Steinhaus verschwanden und ein neuer Containerbau für die Innere Abteilung und ein Hubschrauberlandeplatz entstanden. Weitere Gebäude für Endoskopie, Intensivstation, OP-Räume und zwei orthopädische Stationen wurden 1998 fertig gestellt. Bis ins Jahr 2000 dauerte der zweite Bauabschnitt, der eine Röntgenabteilung, Labor, Physiotherapie, Schwimmbad und zwei weitere Krankenstationen umfasste. Vor dem Altbau wurde ein Park mit schöner Bepflanzung und zahlreichen Wegen angelegt. Insgesamt bewegten sich die Baukosten im oberen Bereich eines zweistelligen Millionenbetrages. Dr. Drogula erhielt 1997 das Bundesverdienstkreuz.

Mit der Übernahme des städtischen Krankenhauses in eine private Trägerschaft entstanden 70 neue Arbeitsplätze zusätzlich zu den bereits bestehenden 180 Stellen. Das Personal des Döbelner Krankenhauses wird laufend geschult, so dass sich Ärzte und Pflegekräfte immer auf dem neuesten Wissensstand befinden.

Modernste OP-Techniken sind Standard, hochmoderne Geräte und neueste Methoden selbstverständlich, ein Vergleich mit Universitätskliniken muss nicht gescheut werden. Der Einzugsbereich des Döbelner Krankenhauses reicht daher weit über die Stadtgrenzen hinaus, da sich Qualität und Fachkompetenz von Personal und Technik herumgesprochen haben.