Ruine Kempe

Die Ruine der Burg Kempe wurde auf einem knapp zehn Meter hohen Schieferfelsen am Ufer der Freiberger Mulde erbaut.

Alter

Es gibt keine eindeutigen Belege für das Baujahr der Burg, doch dürfte sie im zwölften Jahrhundert gebaut worden sein. Durch eine Baunaht zwischen der Ruine und einem Seitengebäude, lässt sich darauf schließen, dass die Burg in mehreren Etappen errichtet und mehrfach verändert wurde. Eines der ersten Dokumente, welches die Existenz der Burg historisch belegt, stammt aus dem Jahr 1220. Damit gilt die Ruine als eines der ältesten Bauwerke aus dem Altkreis Döbeln, welches nicht von der Kirche erbaut wurde.

Ausbau

Die Größe der Ruine beträgt 13 x 17 Meter. Die exakte Größe der Burg lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, denn bereits seit Ende des dreizehnten Jahrhunderts war die Burg dem Verfall preisgegeben.

Sie bestand aus 3 Geschossen und war durch die unmittelbare Anbindung an die Freiberger Mulde mit einer eigenen unterirdischen Wasserversorgung ausgestattet. Ein Wassergraben umgab die Burg und die Lage auf dem hohen Schieferfelsen war strategisch sehr günstig, so dass die Einwohner der Burg bei Belagerungen mehrere Tage aushalten konnten, ohne diese zu verlassen. Dazu trug auch die Tatsache bei, dass man das Bauwerk nur über einen Zugang im ersten Obergeschoss betreten konnte. Im Erdgeschoss gab es keinen Zugang und auch keine Fenster, so dass dieser Teil der Burg vermutlich als Verließ, oder als Vorratsraum genutzt wurde. Die Notwendigkeit dieser Sicherheitsmaßnahmen war gegeben, da die Burg genutzt wurde, um die Handelswege der Umgebung zu kontrollieren und im Falle einer Auseinandersetzung zu verteidigen.

Mythologie

Es ranken sich bis heute einige Sagen um das Bauwerk. Die bekannteste und wichtigste davon dürfte die Sage von der Kampenjule sein, nach der die unmittelbare Gegend um die Burg volkstümlich benannt ist. In dieser Erzählung wird die Tochter des Burgherren von einer erzürnten Zigeunerhexe in eine Schlange verwandelt, die nur zur Silvesternacht vom Kuss eines mutigen Jünglings zurückverwandelt werden kann. Der Sage nach befindet sich die Schlange heute immer noch in der Burg.

Zeitgeschichte

Im Jahr 2000 wurde die Ruine für 22.000 DM aus Staatsbesitz an Privateigentümer veräußert.

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