Schloßbergschule

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Gründung der Schloßbergschule

Im Jahre 1867 begannen die Vorarbeiten für den Bau der noch heute architektonisch reizvollen Schloßbergschule. Fast wie die vormalige Burg thront sie auf dem Berge und beherrscht den östlichen Abschluss der Muldeninsel.

Am 26. August 1867 um 11.00 Uhr erfolgte die feierliche Grundsteinlegung. Dabei verlas Bürgermeister Ernst Heinrich Thiele eine Urkunde, die Angaben über Projektierung, Vorbereitung und Ausführung des Baus sowie über die Baumeister, die Kostenvoranschläge und das Schulwesen von Döbeln enthielt. Die Urkunde nennt auch die Namen der Lehrer und von Vertretern der Stadt. Nach dem Einmauern der Kapsel, welche die genannte Urkunde, ein Exemplar des Festprogramms, eine Ausgabe des Anzeigers vom 24. August 1867 und einige sächsische Münzen enthielt, erklangen die üblichen drei Hammerschläge. Der Bauplan stammte vom Architekten F. A. Viehweger, er war Lehrer an der Königlichen Baugewerkenschule Leipzig. Die Ausführung des 54.559 Taler teuren Baus überwachte der Bautechniker Hermann Rost aus Leipzig. (siehe das Buch „Der Schloßberg und die Burg zu Döbeln“, von Ralph Gundram, Riesa 2006, S.32-33)

Die Einweihung des neuen Bürgerschulgebäudes fand am 31.03.1869 statt. In seiner Ansprache erwähnte Bürgermeister Thiele, wie bei der Grundsteinlegung auch, in keiner Silbe die geschichtsträchtige Vergangenheit des Schloßberges. Eine Nutzung als Bürgerschule war jedoch erst ab dem 13. April 1871 im ganzen Umfang möglich. Zum Großteil wurde das Gebäude bis dahin als Realschule genutzt. Erst nach der Fertigstellung der Realschule (heute Gymnasium) zogen diese Klassen in ihr neues Gebäude um.

In beiden Weltkriegen ruhte der Schulbetrieb. So diente die Schule im ersten Weltkrieg als Unterkunft für Militär und im zweiten Weltkrieg als Lazarett. Nachdem Auszug des Lazarettes im Mai 1945, wurde mit der erneuten Einrichtung der Schule begonnen und ab dem 1. September 1945 der Schulbetrieb wieder aufgenommen.

DDR-Zeit

Zunächst gab es hier eine Grundschule, dann ab 1956 den erweiterten Russischunterricht. Mit der Einführung des polytechnischen Unterrichts 1959 vollzog sich auch in der Schloßbergschule die Umwandlung in eine polytechnische Oberschule mit 10 Klassen. Im Jahre 1975 erhielt die Schule den Namen Clara-Zetkin-Oberschule.

Mit dem 1985 erfolgten Umzug der Russischklassen in die neue Schule nach Döbeln Nord, verließen die Schüler der Rosa-Luxemburg-Oberschule vom Lutherplatz ihr altes Gebäude und besuchten von nun an die Schule auf dem Berge.

Nach-Wende-Zeit

Im Jahre 1990 stellte die Schule den Antrag, den alten Namen Schloßbergschule zu führen, die Stadtverwaltung genehmigte dies. Mit Einführung des gegliederten Schulsystems in Sachsen (01.08.1991) wurde die Schloßbergschule als Grundschule genutzt. Dieser Entscheidung waren „viele Gespräche, kontroversen Debatten und persönlichen Auseinandersetzungen“ vorausgegangen.

Schule zur Lernförderung

1998 wurde die Grundschule geschlossen. Die damalige Pestalozzischule (bis 1998 in der Geyersbergstraße angesiedelt), übernahm das Schulgebäude und die Schloßbergschule wurde zur Schule für Lernförderung, was sie bis heute ist.

Derzeit besuchen ca. 130 Schüler die Schule.

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