So kommen Kids sicher mit dem Rad zur Schule

Auf die Ampel achten, den Verkehr im Blick behalten und den Spurwechsel anzeigen – radelnde Kids müssen auf ihrem Schulweg vieles gleichzeitig beachten. Im Jahr 2012 verunglückten in Sachsen nach Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung 5.190 Kinder auf dem Schulweg – gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 13 Prozent. Fast jeder zweite Unfall im Straßenverkehr (47 Prozent) passierte mit dem Fahrrad.

„Kinder sind heute viel Lärm und Hektik auf dem Schulweg ausgesetzt“, sagt Christian Baier von der DAK-Gesundheit. Sie seien von ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung aber noch nicht in der Lage, den Straßenverkehr vollständig zu überblicken und vorauszuschauen. Zudem ließen sie sich noch leicht ablenken. „Gerade der Stress am Morgen birgt Unfallgefahr“, erklärt Baier. „Wer es eilig hat, macht schneller Fehler.“ Daher sei es ratsam, früher als notwendig loszufahren, um einen Zeitpuffer für den Weg zu haben. Oft sei das mit dem Auto – dem sogenannten Elterntaxi – zwar bequemer, auf Dauer aber eher hinderlich. „Denn die Kinder lernen nicht, wie man sich sicher im Straßenverkehr bewegt“, weiß Baier.

Die Kinder sollten während der Fahrt auf Musik über Kopfhörer verzichten. Handytelefonate auf dem Rad sind ohnehin tabu. Baier: „Gerade jüngere Kinder überfordert das Multitasking des Radfahrens noch. Daher sollte sie unnötige Ablenkung vermeiden.“ Erst ab der vierten Klasse, nach abgeschlossener Fahrradprüfung, sollten Kinder mit dem Rad zur Schule fahren.

Doch auch Kickboards und Cityroller mit den kleinen Reifen sind auf dem Schulweg gefährlich. „Wenn das Vorderrad plötzlich bei voller Fahrt in einer Rille stecken bleibt, bremst der Roller und das Hinterrad hebt vom Boden ab“, so Baier. Der Fahrer stürzt über den Lenker oder zur Seite. Die Folge: Schwere Verletzungen an Kopf, Schultern und Becken. Eltern sollten darauf achten, dass der Nachwuchs nach Möglichkeit Radwege nutzt, defensiv fährt und immer einen Helm trägt.

Wichtig: Eltern sind Vorbilder

Kinder lernen am leichtesten durch Vorbilder. Eltern sind gute Verkehrslehrer, wenn sie sich selbst an die Regeln halten. Falls es doch mal scheppert, sind Schüler über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Das gilt für Unfälle in der Pausen- und Unterrichtszeit, für Schulausflüge und den Schulweg.

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