Premiere: Reineke Fuchs

Reineke Fuchs

Nach dem Versepos von Johann Wolfgang von Goethe

Eine tierisch-menschliche Maskerade, ein schlauer Fuchs, aberwitzige Deals und ein honigtrunkener Hof-Staat, der sich für einen guten Handel gern an der Nase herumführen lässt: Wir spielen für Sie Goethes Versepos über den Tier-Staat und den listigen Reineke Fuchs, der mit jeder Schlinge, die ihm seine Widersacher und Neider legen, ganz meisterlich und überraschend seine Aufstiegschancen vergrößert und jeder Strafe entwischt. Der trotz größter Gaunereien und Verbrechen das gesellschaftliche Parkett stets als Sieger verlässt – und dem es noch unter dem Galgen gelingt, seine Ankläger zu verspotten und obendrein Reputation zu kassieren. Wie läuft das? »Ein jeder sieht, was er im Herzen trägt« heißt es im Vorspiel zu Goethes Faust: Reineke Fuchs scheint sich vorzüglich darin auszukennen, wie man das geschickt für den eigenen Vorteil nutzt. Le Roman de Renart, der Fuchsroman, ist ein Werk der altfranzösischen Literatur, das ab etwa 1170 im Norden Frankreichs entstand und nachfolgende Dichtungen in Europa maßgeblich beeinflusste. Goethe begann im Januar 1793 mit einer Bearbeitung des Reineke Fuchs in Versen. Vorlage für das Tierepos war die Prosafassung Gottscheds von 1752, die Goethe seit seiner Kindheit kannte. Goethes Verwendung der Hexameter hat einen spielerischen Charakter und schafft eine Treffsicherheit des Ausdrucks und eine »Lässigkeit des Stils« für eine Geschichte, die er selbst als »unheilige Weltbibel« bezeichnete. In einer von ökonomischen und politischen Erfolgskriterien bestimmten Welt ist Reineke Fuchs ein bittersüßes Vergnügen.

Datum / Uhrzeit:

25.11.2017
19:30 - 22:00

Veranstaltungsort:

Theater Döbeln

Anfahrt:

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