Riesenstiefel
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Die drei Riesenstiefel sind eine Besonderheit der Döbelner Geschichte und auch der Beziehung zur Nachbarstadt Leisnig. Der Döbelner Riesenstiefel wurde 1925 gefertigt und war mit fast 5 Metern Schafthöhe der größte Stulpenstiefel der Welt. Nach einem Streit über den Standort wurde 1996 in Leisnig der leicht größere Leisniger Riesenstiefel präsentiert. Noch bevor der Original-Riesenstiefel nach Döbeln zurückkehrte, wurde dort der Zweite Döbelner Riesenstiefel (Schwarzbier-Stiefel) präsentiert.
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Entstehung des Döbelner Riesenstiefels
Der Döbelner Riesenstiefel wurde 1925 anläßlich des 600jährigen Jubiläum der Döbelner Schuhmacherinnung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Obermeister Ferdinand Reichel hatte zwei Jahre zuvor die Fertigung dieses Stiefels angeregt. In 750 Arbeitsstunden fertigten er und weitere 6 Innungsmeister (Gustav Hoferichter, Ernst Schmalfuß, Karl Bräuer, Paul Naumann, Paul Rasser und Reinhold Dietze) diesen Riesenstiefel mit den Rekordmaßen Sohle 190 x 73cm, Absatz 45 x42cm, Sporenrad 50 cm, Gesamthöhe 5m, oberer Umfang 5 m, der gesamte Stiefel wiegt 200 kg. Zu seiner Fertigung wurden 10 ganze Rindshäute als Oberleder und 92 kg Unterleder benötigt.
Er wurde zur Würdigung des damaligen Reichspräsidenten Hindenburg-Stiefel genannt und nach der Präsentation auf dem Wettinplatz ins Rathaus gebracht.
Geschichte im 20. Jahrhundert
1937 ging der Riesenstiefel offiziell ins Eigentum der Stadt Döbeln über[1] und wurde auch im damaligen Stadtmuseum im Wappenhenschstift ausgestellt. Im Laufe der Zeit geriet der Stiefel jedoch zusehens in Vergessenheit und wurde wahrscheinlich insbesondere im Zweiten Weltkrieg nicht besonders beachtet. Bekannt ist, dass der Leisniger Schuhmachermeister Gerhard Berthold sich um die Pflege und Erhaltung des Stiefels bemühte und diesen dann auch nach Leisnig holte.[2]
Dort wurde er ab 1957 im Kreismuseum auf der Burg Mildenstein ausgestellt und war zu DDR-Zeiten eine lokale Touristenattraktion.
Der Streit mit Leisnig
Bis 1990 war klar, dass der Riesenstiefel im Kreismuseum steht. Aber nach der Wende wurde in Döbeln die Idee aufgebracht, den Stiefel nach Döbeln zurückzuholen. Formell war der Stiefel aber Eigentum des Freistaates Sachsen. Bis 1998 wurde vor Gericht gestritten. Vor allem die Beziehungen zwischen Döbeln und Leisnig wurden dadurch belastet, da der Streit auch öffentlich und in der Presse ausgetragen wurde. Am Ende stand ein Kompromis: Der Riesenstiefel wurde Eigentum der Stadt Döbeln, blieb aber vorerst als Leihgabe auf der Burg.
Am 29. März 2010 war es dann soweit, der Stiefel ging auf die Heimreise nach Döbeln. Die ganze Aktion, bei der unter anderem extra ein Fenster verbreitet werden mußte, kostete 9.000 EUR (davon zahlte den Großteil der Freistaat, 15 % die Stadt Döbeln).[3]
Heute wird der Original-Riesenstiefel im Döbelner Rathaus ausgestellt.
Der Leisniger Riesenstiefel
Vor dem Hintergrund des Streits über den Verbleib des Riesenstiefels wurde zur 950-Jahrfeier der Stadt Leisnig am 21. Juni 1996 der Leisniger Stiefel überraschend der Öffentlichkeit vorgestellt. Gefertigt hatten ihn die beiden Schuhmachermeister Gehard Berthold und Rolf Neidhardt. Ist er in der Gesamthöhe unwesentlich kleiner (4,90m) als sein Döbelner Kollege, so gibt es bei der Sohlenlänge keinen Zweifel mehr, wer größer ist. Sie beträgt mit 2,20 m gute 60 cm mehr als die des Döbelner Riesenstiefels, der Absatz ist 42 cm hoch und der Stiefel bringt stattliche 439kg auf die Waage. Seit 2006 residiert der Riesenstiefel im Stiefelmuseum am Burglehn an der Burg Mildenstein. Dabei wird er von der Stiefelwache, der engagierte Bürger der Stadt angehören, geschützt. Neben Burg Mildenstein ist der größte Stulpenstiefel der Welt ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt für die Stadt.
Der Zweite Döbelner Riesenstiefel (Schwarzbier-Stiefel)
Im Jahr 2004 stellte das Döbelner Brauhaus den Schwarzbierstiefel zu. Dieser war eine moderne Kopie des Riesenstiefels und sollte quasi schon lange vor der Rückkehr des offiziellen Riesenstiefels die Verbundenheit der Döbelner mit "ihrem" Stiefel ausdrücken. Anfänglich wurde er auf dem Obermarkt ausgestellt und ging dann ständig auf Reisen, um für die Stiefelstadt Döbeln zu werben.
Eingang in die Alltagskultur
Die Döbelner haben den Riesenstiefel in ihr Herz geschlossen und an vielen Stellen wird auf ihn verwiesen. Zum Tag der Sachsen wurden spezielle Souveniers (Plüsch-Stiefel) gefertigt. Der Stiefelbrunnen verschönert die Innenstadt. Eine Apothke ("Zum Riesenstiefel") und eine Gaststätte (Zum Stiefel) tragen ihn im Namen. Und mit dem SV Gib Leder 04 und Spitzsteingummi 05 hat Döbeln zwei Sportmannschaften im Stiefel-Weitwurf.
Auch als Preis wird die Referenz zum Stiefel genutzt. Bürgern, die sich besonders um die Stadt verdient gemacht haben, wird der Goldene Stiefel verliehen. Im Sport gibt es den Döbelner Stiefelpokal zu gewinnen.
weiterführende Informationen
Geschichte der Stiefel und Schuhe im Museum Hauenstein
Quellen
- ↑ http://www.doebeln.de/main.php?seitenid=545
- ↑ http://de.wikipedia.org/wiki/Leisniger_Riesenstiefel#Erster_D.C3.B6belner_Riesenstiefel
- ↑ https://secure.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2425589